03.10.2014

Krautrock

Abwärts
Foto: Abwärts.com
   
Gründung 1979
Mitglieder 4
Heimat Berlin
Klingt wie Nine Inch Nails, Wire
WWW abwaerts.com

Hey, was geht ab? Immer noch alles geil und super im Land der Dichter und Denker? Wohl eher nicht und im Rest der Welt erst recht nicht. Abwärts, die Band um die nimmermüde Kodderschnauze Frank Z. versucht sich anno 2014 an einer Bestandsaufnahme.

Krautrock heißt die neue Platte der Punklegende, die in den letzten 10 Jahren seit ihrer Neuformierung jene nicht nur verwaltet hat. 4 Alben und 1 EP haben Frank Z., Rod González, Dog Kessler und Björn Werra seitdem veröffentlicht. Diese bringen mit knappen Worten und eindringlicher Musik Dinge auf den Punkt, wofür andere ganze Bücher brauchen. Frank Z. ist definitiv einer der besten Texter, die wir hierzulande haben - nur wird dies leider kaum wahrgenommen, denn seine Texte sind eben nicht nett und happy. Trotzdem ist Abwärts eine Band mit großem Humor. Wie sollte man auch sonst den ganzen Mist ertragen, der einen umgibt? Spott, Sarkasmus und Zynismus sind eben oft gute Begleiter, die einem helfen, ob dieser Zustände nicht zu verbittern. Das gilt damals wie heute. Man brauch sich nur die Texte von Beirut, Holiday Inn oder Computerstaat, die auf dieser Platte in neuen Versionen mit aktualisiertem Text vorliegen, anzuhören. Aktueller geht es nicht und dabei entstanden die Songs bereits Anfang der 1980er Jahre.

Der Opener der Platte Berlin Görlitzer Park ist eine Hommage an den Small-Faces-Klassiker Itchycoo Park, transferiert nach Berlin, Kreuzberg. Das Bild vom Drogenumschlagplatz passt natürlich überhaupt nicht in das ach so heile "Be Berlin"-Bild der Prenzelberger Bobo-Gesellschaft. Aber so etwas hat Frank Z. zum Glück eh noch nie interessiert. Überhaupt scheinen die Menschen in der westlichen Welt es lieber mit den drei Affen zu halten: Nichts hören, nicht sehen, nichts sagen. Lieber einigeln und schön cocoonen im Gartenhaus bis alles wieder gut wird (Aus einem Gartenhaus). Doch wird jemals alles gut werden? Abwärts halten es da mit dem guten alten Leonard Cohen: „I've seen the future, brother, it is murder.“ Ob das stimmt wird die Zukunft zeigen oder die nächste Abwärts-Platte.

Wärmstens ans Herz gelegt von Stefan Üblacker.
 

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