19.03.2015

Teenage Rebell

Die Suurbiers
Foto: www.startnext.com/suurbiers-vinyl
   
Gründung 1981
Mitglieder so einige
Heimat Berlin-Hermsdorf
Klingt wie Die Suurbiers
WWW diesuurbiers.de

Es gibt einen schönen Spruch von Oscar Wilde:

"Auf dieser Erde gibt es nur zwei Tragödien: Die eine besteht darin, dass man nicht bekommt, was man sich wünscht - die andere darin, dass man es bekommt. Die zweite ist viel schlimmer, sie ist eine wirkliche Tragödie."

Dieser Spruch beschreibt sowohl das Leben von Michael Wahler, alias Cäpt'N Suurbier, als auch die nun endlich vorliegende, posthum veröffentlichte, erste (!!!) LP seiner Band, den Suurbiers, ziemlich gut. Die Suurbiers oder Frau Suurbier gehören wohl zu den großen Legenden der deutschen Punkszene. Umso tragischer ist der Umstand, dass ihnen während der Zeit ihrer Existenz nie eine große Öffentlichkeit beschieden war. Diese Meriten haben Bands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen, Element Of Crime oder die Rainbirds eingefahren, die sich allesamt aus ehemaligen Suurbiers rekrutierten. Zurück blieb immer Michael Wahler, der trotz der Überholmanöver seiner ehemaligen Bandkollegen nie ganz aufgegeben hat an den großen Traum eines Erfolgs mit den Suurbiers zu glauben.

Dieser Traum endete schließlich mit Michael Wahlers Suizid am Valentinstag 2014. Seine Musik lebt jedoch weiter und ist nun mit diesem Album ein für alle Mal und auf alle Ewigkeit festgehalten worden. Die hier enthaltenen 25 Songs erstrecken sich über die gesamte musikalische Karriere Wahlers hinweg und sie machen mehr als schmerzhaft deutlich, welches musikalisches Genie uns so tragisch und früh verlassen hat. Es gibt wohl keinen unter seinen einstigen Weggefährten, der Michael Wahler nicht den erhofften Erfolg gegönnt hätte, doch das Leben hat es leider nicht so gut mit ihm gemeint. Ein paar Mal hat er an die Tür zum Erfolg angeklopft, doch seine Dämonen und seine psychischen Erkrankungen haben ihm stets einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sein schizophrenes Verhalten war schon bald berühmt berüchtigt. In einem Moment noch hilfsbereit und der liebste und lustigste Mensch auf Erden, konnte er in einem anderen Moment unglaublich aggressiv und selbstzerstörerisch sein. Hinter jedem Komiker steckt bekanntlich meistens eine große Tragik und es ist schon schwer vorstellbar, dass jemand, der im frühen Kindesalter zusammen mit seinem Bruder von seinem jähzornigen Vater drangsaliert worden ist, später noch solche Songs wie "Fiddle Diddle" oder "Fred Feuerstein" schreiben kann, die zugleich als Blaupause für das ominöse Genre namens Funpunk gelten. Jenes Genre also, zu dem man Bands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen, Mimmi's, Die Goldenen Zitronen und eben Die Suurbiers zählt. Es gibt nicht wenige unter dessen Akteuren, die Die Suurbiers für die Besten von ihnen hielten. Farin Urlaub zum Beispiel hat zu Beginn seiner Karriere nicht geglaubt, dass er jemals so gut wie Cäpt'N Suurbier wird und Die Toten Hosen mussten beim berühmter Oktoberfest im alten Berliner Tempodrom einst neidlos anerkennen, dass die Die Suurbiers die klaren Abräumer des Abends waren.

Am Ende sind dies nichts weiter als Lorbeeren, die nun mit der vorliegenden Doppel-LP jedoch ein gutes Bild von der Einzigartigkeit dieser sagenumwobenen Kapelle vermitteln. Mit viel Liebe und Akribie haben Freunde, Gefährten und Bewunderer von Michael Wahler diese Veröffentlichung gestemmt. Das dafür notwendige Geld war via Crowdfunding in Rekordzeit zusammen. Die Begeisterung für dieses Projekt schlug bereits hohe Wellen. Von überall her kamen wohlwollende Meinungen. Und jetzt ist es endlich vollbracht: Die erste Suurbiers-LP ist da. Benannt nach dem wohl besten Suurbiers-Song überhaupt: Teenage Rebell.

"Das Leben vergeht so schnell, es ist kein Platz auf dieser Welt für einen jungen Rebell."

Das Schöne an der Kunst ist, dass sie einem zum Lachen und Weinen bringen kann. Dieser Platte gelingt Beides. Besser geht's nicht. Darauf ein Suurbier! Auf das Leben! Und auf die Liebe!

Wärmstens ans Herz gelegt von Stefan Üblacker.
 

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