27.03.2015

Jagd und Hund

Love A
Foto: love-a.de
   
Gründung 2010
Mitglieder 4
Heimat Trier
Klingt wie The Cure, EA80, Interpol
WWW love-a.de

Ist ja eigentlich wie bei den Beatles hier, nur irgendwie anders! Das Tempo, dass Love A bei ihren Veröffentlichungen vorlegen ist schon beeindruckend. Vor allem deshalb, weil die Quantität nicht zu Lasten der Qualität geht. Eher im Gegenteil: Während draußen alles vor die Hunde geht, wird im Hause Love A alles besser. Wo wir gerade bei Hunden sind: "Was für ein bescheuerter Albumtitel ist denn das, bitte schön?", könnte man meinen. Das kann ich aber nicht so stehen lassen, denn wer sein Album nach einer der wohl überflüssigsten Messen benennt, beweist vor allem Stil und Weitsicht. Zudem kann man dem Titel eine gewisse Metaebene nicht ganz absprechen, denn es ist schon so, dass die halbe Menschheit wie der Hund der Beute hinterher jagt. Nur mit dem Unterschied, dass der Hund für seinen Teil weiß, warum er dies macht. Love A verweigern sich diesem Trendsport des Ständig-Hinterherhetzens. Mit ihnen nicht. Stagnation muss nicht immer schlecht sein. Sänger Jörkk spricht diesen Boykott mehrmals an. Love A sind keine Hipster, sie suchen ihre Stories eher im Abseits des Trends, bei den Menschen an denen jener vorbei geht. Gleichzeitig hinterfragen sie, ob das auch alles so gut ist - Zweifel dürfen ja schließlich erlaubt sein. Es gibt ja schließlich genug, die alles geil finden.

Was mich am meisten gefreut hat beim Hören der neuen Platte ist die Tatsache, dass sie unglaublich gut klingt. Man merkt den Herren Musikern eben an, dass sie nun schon etwas länger zusammen spielen. War bei den ersten Platten die Melodie oft nur mühevoll erkennbar, so zeigt sie sich hier ein ums andere Mal in schönster Blüte. Mal klingt das wie The Cure, mal wie Interpol, mal wie EA 80. Aber immer klingt es nach Love A, dafür sorgt allein der schneidende Gesangsstil von Jörkk Mechenbier - The Beauty and the Beast sozusagen. Aber Hauptsache einer schreit.

Man sollte jedenfalls gut auf Love A aufpassen und immer schön ein Auge auf sie werfen. Wer weiß, was sie noch alles anstellen werden. Zuzutrauen ist ihnen alles. Und es wäre schön, wenn sich der deutsche Kulturbetrieb auch mal solchen Bands öffnet und nicht ständig irgendwelchen inhaltslosen Mist hofiert, aber das ist wohl pure Illusion und leider nur ein Traum.

Wärmstens ans Herz gelegt von Stefan Üblacker.
 

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