05.01.2015

Feelings aus der Asche

Olli Schulz
Foto: Oliver Rath
   
Gründung 2003
Mitglieder 1
Heimat Hamburg/Berlin
Klingt wie Bernd Begemann,
WWW ollischulz.com

Eine Platte von Olli Schulz zu besprechen ist wie mit einem Kind zu schimpfen, dass gerade ganz ordentlich sein Zimmer aufgeräumt hat: Man kann ihm eigentlich nicht böse sein. Und so werden sich in dieser Besprechung auch kaum schlechte Worte für Schulzens neues Album „Feelings aus der Asche“ wiederfinden. Warum auch? Olli Schulz gehört zu einem der begnadetsten Liedermacher unserer Gegenwart. Oft versteckt er diese Fähigkeiten jedoch unter einem Haufen Quatsch, was ihn zugegebenermaßen auch ziemlich sympathisch macht. Zuletzt war er mehr im Fernsehen zu sehen als auf der Bühne, was wiederum manchen vergessen lässt, dass dieser Hansdampf in allen Gassen auch ganz wunderbare Musik machen kann.

Nun ist The Schulz also mit einem neuen Album zurück. Das kann hässlich werden. Muss es aber nicht, wie Schulz beweist. Gute zehn Jahre sind inzwischen seit seinem Debüt „Brichst du mir das Herz, dann brech ich dir die Beine“ vergangen und es ist schon beeindruckend, welche Entwicklung Schulz seitdem genommen hat. Sowohl Songwriting als auch der Sound sind kaum noch mit dem Erstling vergleichbar. Geblieben ist seine markante Stimme, der man einfach gerne zuhört, wenn sie so ihre Geschichten vom Glück und Unglück der Liebe, von liebenswürdigen und kaputten Typen erzählt.

Das neue Album, dass er wieder mit Produzent Moses Schneider (Beatsteaks, Turbostaat, Tocotronic) zusammengestellt hat, lässt zunächst jeden offenkundigen Humor vermissen, den man ansonsten auf jeder vorherigen Platte direkt ausmachen konnte. Schulz lässt ihn aber nicht beiseite, hier und da tauchen immer wieder Pointen auf – wenn ihn z. B. in „Als Musik noch richtig groß war“ seine Tochter fragt: „Papa, was machst du für einen Krach?“. Das Lustige findet aber eher im Hintergrund statt, im Vordergrund stehen die Songs – und die sind großartig. Die Aufnahmen mit seiner Begleitband sorgen dann auch dafür, dass ihnen kein angestaubtes Liedermacher-Image anhaftet. Eher muss man feststellen, dass Schulz mittlerweile richtig gute, zeitgenössische Popsongs schreiben kann, die einen vollends packen. Genau dafür tritt man ja als Musiker an.

Wärmstens ans Herz gelegt von Stefan Üblacker.
 

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