26.09.2014

Dr. Ring Ding

"In Deutschland galt Musik schon als exotisch, wenn bei Paul Kuhn eine Rassel im Hintergrund zu hören war."

Dr. Ring Ding
Interview: Bine & Stefan Üblacker / Foto: Marius Brüggen

Ihr habt grade die Arbeit am neuen Studio-Album abgeschlossen. „Supersonic Eskalator“ soll am 14.11.2014 erscheinen. Wie war es im Studio mit der Band?

Für mich war es ja das erste Mal, mit meinen Mitmusikern bei The Busters in die heiße Entstehungsphase eines neuen Albums einzutreten. Einige - auch ich selber - haben Kompositionen vorbereitet. Einige Songs waren vom Konzept her schon komplett, andere waren Arbeitsgrundlage und Spielwiese für Ideen. Es ist schön, wenn so viele Menschen zusammenkommen und ihre Talente vereinen, um an etwas Großem zu arbeiten.

Beteiligst Du Dich auch am Songwriting bei den Busters oder behältst Du Dir das eher für Deine eigenen Sachen vor?

Ein paar Songs habe ich für das Album beigesteuert, es gibt auch ein paar gemeinsame Arbeiten, wo ich dann einer von zwei oder drei Autoren bin. Es ist eben sehr inspirierend, gemeinsam mit tollen und kreativen Musikern zu operieren ...

Fällt es Dir schwer zu unterscheiden, ob ein Song nun besser für die Busters oder Dr. Ring Ding Ska-Vaganza geeignet ist?

Überhaupt nicht. Für Dr. Ring Ding Ska-Vaganza würde ich z. B. nie eine peitschende Ska-Punk-Nummer schreiben. Umgekehrt würde ich ein jazzigeres Instrumental eher nicht den Busters anbieten. Ich kann das gut trennen.

Wie würdest du das neue The Busters-Album beschreiben?

Sehr unterschiedliche Spielarten des Ska (und Reggae) sind darauf. Bei ein paar neuen Songs geht es stark zurück zu den Wurzeln der Band, die Songs hätte es auch auf den ersten Alben geben können - allerdings hat die Truppe ja nun ein paar Jahrzehnte mehr Erfahrung auf dem Buckel, das lässt sich nicht verleugnen. Und es sind ein paar „jetzt-schon-Klassiker“ dabei, die in den vergangenen Jahren zwar schon live gespielt wurden, die es aber bisher noch nicht als Aufnahme gab.

Noch vor deinem Einstieg bei den Busters hast Du mit ihnen eine kleine Fehde am Laufen gehabt. Wie kam es dazu?

Auf der „Welcome To Busterland“-Platte haben sie ein paar Sticheleien gegen mich untergebracht. Ich habe das gehört und daraufhin den Song „Who Dem Want Bust“ geschrieben, in dem ich in ca. 5 Minuten mit der Band abgerechnet habe (lacht). Ich habe dabei jede ihrer Platten aufgezählt und zu jeder auch noch einen bösen Reim gefunden. Später habe ich von einem Bandmitglied eine E-Mail bekommen, in der ich um den Text gebeten wurde, denn sie hatten nicht alles verstanden. Danach haben sie noch ein Friedensangebot gemacht und mich gefragt, ob nicht Lust hätte bei ein bis zwei Songs auf dem nächsten Album „360°“ mitzumachen. Das ganze Ding war aber nie wirklich böse gemeint, sondern eher ein kleiner Spaß.

Du hast im Laufe Deiner Karriere schon mit einer illustren Zahl an Künstlern zusammengearbeitet. Welche sind Dir besonders gut in Erinnerung geblieben?

Ich denke gerne an das Album „Adorable“ zurück, das wir mit Doreen Shaffer von den Skatalites aufgenommen haben. Da haben wir mit den Senior Allstars als Backing-Band fungiert. Es sind aber nicht unbedingt die berühmten Leute, an die ich zuerst denke. Ich denke vor allem gerne an die Menschen und die Musik, die mit ihnen entstanden ist, zurück. Ich bin auch stolz mit vielen Jamaikanern wie Laurel Aitken, Lord Tanamo oder Derrick Morgan gearbeitet zu haben. Das sind Leute, die diesen Stil entwickelt haben und es ist schön die ganzen Geschichten darüber aus erster Hand zu hören. Wenn diese Leute einem auch noch auf die Schulter klopfen und Komplimente für die eigene Musik machen ist das ein umso schöneres Gefühl.

Fallen Dir Künstler ein, mit denen du gerne noch etwas zusammen machen möchtest?

Ich würde gerne mit Charles Aznavour, Willie Nelson, Tony Bennett oder Tom Waits arbeiten. Das sind alles Musiker, die ich sehr verehre. Vielleicht gehen diese Wünsche ja noch in Erfüllung.

 

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