21.10.2013

Friederike Kempter

"Wenn man als Schauspieler schlechte Dialoge spielen muss, kann man sich noch so sehr anstrengen. Am Ende bleiben es schlechte Dialoge."

Friederike Kempter
Interview: Stefan Üblacker / Foto: Stefan Klüter

Köln. Ein Telefon-Interview mit Friederike Kempter steht an. Von den Lesern der Zeitschrift GQ wurde sie bereits zur Frau des Jahres gewählt. Während des Gesprächs mit ihr kann ich das immer besser nachvollziehen. Sie ist sehr charmant, smart, humorvoll und auch derb, wenn es sein muss. Die erste Frage zum Thema Interviews hätte durchaus origineller ausfallen können, doch sie drängte sich auf.

Frau Kempter, bevor wir beginnen: Wir sind ein Jahrgang, ich hoffe „duzen“ ist okay.

Ja, klar.

Gibst du gerne Interviews?

Geht so (lacht). Es gehört zwar zu meinem Job, ich bin nur so schnell gelangweilt von meinen Antworten.

Welche Themen sollte ich dann besser nicht ansprechen?

Ich werde oft nach meiner schwäbischen Heimat gefragt. Da fällt mir mittlerweile fast gar nichts mehr zu ein (lacht).

Anderes Thema: Hattest du in der Jugend mehr Jungs oder Mädchen als Freunde?

Oh, lustige Frage (lacht). Das hielt sich eigentlich bei mir immer die Waage – sowohl in der Kindheit und Jugend, als auch heute.

Ich komme darauf, weil ich irgendwo gelesen habe, dass du ein Faible fürs Skatspielen hast, was doch relativ ungewöhnlich für Frauen ist.

Ist das so? (überlegt) Ja, stimmt. Ich spiele meistens mit Männern Skat, wobei in meiner Spiel-Gruppe auch eine Frau dabei ist.

Und du pflegst darüber hinaus auch noch eine Fußball- Leidenschaft ...

Ja, das habe ich meinem Vater zu verdanken. In unserer Familie gibt es nur Mädchen und ich war dann diejenige, die mit ihm immer Sportschau geschaut hat. Diese beiden Leidenschaften lebe ich schon eher mit meinen männlichen Freunden aus. Aber keine Angst: Ich interessiere mich auch für Schminke und Klamotten (lacht). Ich bin bei meinen Interessen breit aufgestellt.

Du bist wie ich auch ein Lehrerkind. Hattest du auch das zweifelhafte Vergnügen gehabt, deine Eltern als Lehrer zu haben?

Ja, meine Mutter ist Grundschullehrerin und ich habe sie sogar selbst als Lehrerin gehabt. Das fand weder sie noch ich toll, denn ich wurde immer strenger als alle anderen behandelt. Das fand ich damals total ungerecht, heute kann ich sie natürlich verstehen. Es war aber trotzdem unschön (lacht).

Ich hatte meine Mutter in der 10. Klasse als Physiklehrerin.

Oh, Gott. Das ist ja furchtbar.

Ja, das war echt anstrengend. Ich mochte Physik eh nie wirklich und ich glaube wir beide waren sehr froh als das Jahr vorbei war. Ich habe sie sogar immer mit Nachnamen angesprochen um etwas Distanz zu wahren. Wie hast du deine Mutter im Unterricht angeredet?

Wir haben uns vorher überlegt, wie wir das handhaben und ich habe dann „Mama“ gesagt. Alles andere fand ich damals zu blöd.

Hast du dieses Lehrerkind-Klischee erlebt, dass bei euch zuhause alles ausdiskutiert worden ist?

Nein, das kann ich so nicht sagen. Es gab schon öfters klare Ansagen (lacht). Mir fehlt aber auch der Vergleich zu anderen Familien, da ich ja nur diese Eltern habe. Ich kann mich aber wirklich nicht beschweren über sie. Ich habe eine sehr entspannte Kindheit und Jugend erlebt.

 

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