21.10.2013

Friederike Kempter

"Wenn man als Schauspieler schlechte Dialoge spielen muss, kann man sich noch so sehr anstrengen. Am Ende bleiben es schlechte Dialoge."

Friederike Kempter
Interview: Stefan Üblacker / Foto: Stefan Klüter

Du bist relativ schnell nach Berlin gezogen. Hast du dich einem passenden Schwaben-Track angeschlossen, oder wie muss man sich das vorstellen?

Nein, so war das nicht (lacht). Ich habe vor meinem Abi in Stuttgart mit einigen Freunden in einer großen WG gewohnt. Aber ich hatte auch Freunde in Berlin, die ich öfter besucht habe. Außerdem habe ich auch meine ersten Filme dort gedreht und schnell Gefallen an der Stadt gefunden. Ich bin dann mit 20 Jahren relativ spontan nach Berlin gezogen und habe dann dort auch die Schauspielschule besucht.

Kamen in all der Zeit in der du jetzt schon Schauspieler bist Zweifel an der Berufswahl auf?

Nein, Zweifel nicht. Aber jeder Schauspieler kennt natürlich die Phasen, wo kein Angebot reinkommt und alles etwas ungewiss ist. Ich habe dann aber nie Zweifel, sondern gehe einfach mit der Zuversicht, dass es schon weitergehen wird, durch diese Zeit. Bisher bin ich damit immer gut gefahren. Ich habe aber großen Respekt vor denjenigen, die sich irgendwann neu orientieren und von ihrem Traumberuf Schauspieler verabschieden. Manchmal ist es eben besser loszulassen, als sich an etwas festzuhalten, dass sich gar nicht leben lässt - auch wenn es vielleicht weh tut.

Deine Rolle der Julika in dem beachtenswerten Film „Oh Boy“ ist ein sehr toughes Mädchen, dass selbst in brenzligen Situationen viel Courage zeigt. Gibt es da Ähnlichkeiten zu deinem Charakter?

Ja, auch ich kann mich da nicht zurückhalten. Wenn ich merke, dass sich Leute im öffentlichen Raum schlecht benehmen, mache ich meinen Mund auf - mit pochendem Herzen und schweißnassen Händen zwar, aber ich kann dann nicht anders.

Bist du schon mal deswegen in bedrohliche Situationen geraten?

Ja, schon. Aber es ging für mich immer gut aus. Ich bin dann wohl so voll Adrenalin, dass ich die möglichen Gefahren gar nicht so sehr an mich heranlasse.

Hängt diese Direktheit vielleicht auch mit dem Lehrerkind in dir zusammen?

Kann sein, dass mich das dahingehend geprägt hat. Da könnte man jetzt psychologische Studien zu betreiben.

Vielen Leuten bist du als Assistentin Nadeshda Krusenstern aus dem Münsteraner Tatort bekannt. Trotz hoher Einschaltquoten polarisiert der Tatort in den Wahrnehmungen zwischen Klamauk und hoher Unterhaltung. Wie nimmst du diesen Spagat wahr?

Als wir damals mit dem Tatort anfingen waren wir mit dieser Art Krimi Pioniere und wussten nicht, wie wir damit ankommen. Mittlerweile hat es sich etabliert. Aber es stimmt schon: Bei einigen Fällen wurde die Balance zwischen Krimi und Komik besser gehalten, bei anderen Fällen hingegen nicht ganz so gut.

Der Tatort ist das Aushängeschild des Deutschen Fernsehens. Bekommst du nach einer Folge mit dir am nächsten Tag direkt Feedback durch Leute auf der Straße?

Auf dem Dorf wäre das wahrscheinlich so, aber in Berlin passiert mir das eher selten.

Du wohnst seit ewigen Zeiten in Berlin. Hast du Lieblingsecken?

Keine bestimmten. Ich mag generell die Vielfalt der Stadt - Charlottenburg, Kreuzberg, Mitte.

Gibt es Stadteile, die du noch nie betreten hast?

Bestimmt. Wenn ich aber mal in eine neue Ecke komme, werde ich oft positiv überrascht. Selbst verschriene Viertel wie Marzahn beispielsweise haben schöne Ecken.

 

 zurück    weiterlesen 

 
 





 
Weezer
"Buddy Holly"

"Unter der Geburt fällt jede Maske."
Saskia Roller & Friederike Haas

Kraftklub
Nena
Jonny Two Bags
Donots
SWISS und die Andern
Jan Plewka
Farin Urlaub
Dr. Ring Ding
Niels Frevert
Bela B