27.05.2014

Johnny Bottrop

"Wir wollen zeigen, dass Auflehnung Spaß macht."

Johnny Bottrop
Interview: Stefan Üblacker / Fotos: Virus Films

Erzähl doch mal etwas über die beiden neuen Bandmitglieder Kid Katze und Eros Razorblade. Das sind ja mit Sicherheit ihre richtigen Namen, oder?

Natürlich. Die Beiden werden den Meisten wohl völlig unbekannt sein. Kid Katze ist ein super Drummer-Talent, der in allen Metiers zu Hause ist. Er hat mit Zip in einer Folk-Punk-Americana-Band gespielt und kam so zu uns und Eros Razorblade ist ein ganz alter Freund und Wegbegleiter, der mit seiner alten Band, den D-Sailors, schon oft mit uns zusammen gespielt hat.

Du hast nach der Terrorgruppe die Bottrops ins Leben gerufen. Neben eigenen Stücken habt ihr bei Live-Shows auch immer wieder Terrorgruppe-Songs gespielt, die oft am besten ankamen. War das nicht auch frustrierend?

Im letzten Jahr war's dann nicht mehr so, da waren nach läppischen sieben Jahren Songs wie "Hochhausgirl" und "H.W.E.N." genauso bekannt und gefragt wie "Namen vergessen" ... aber es hat lange gedauert. In Zukunft werden die Bottrops keine Terrorgruppe-Songs mehr spielen, weil es die ja nun wieder gibt.

Ich habe den Eindruck, dass ihr durch die lange, fast zehnjährige Pause noch größer als vorher werden könnt. Was ist deine Einschätzung?

Ja, es kommt uns schon ein bisschen so vor. Wir haben viele Buchungsanfragen, zu viele, und die Geschwindigkeit, mit der wir die Tickets für unsere ersten Clubshows verkauft haben ist schon erstaunlich. Wir haben damals zwar auch Läden wie das SO36 in Berlin oder die Arena in Wien ausverkauft - aber nicht in dieser irren Geschwindigkeit. Da macht sich schon große Vorfreude breit. Die Zahl der Anfragen nach neuen Konzerten der Terrorgruppe hat aber in all der Zeit unserer Abwesenheit auch nie abgenommen. Im Gegenteil: Es wurde von Jahr zu Jahr immer mehr.

Worin lagen die Gründe für eure damalige Auflösung?

Wie schon oben angedeutet, waren wir von dem Modus "Platte machen - auf Tour gehen“ einfach müde geworden und hatten auch das Gefühl, dass wir seit der "Fundamental"-Platte musikalisch und ideenmäßig stagnierten. Es hatte keine kommerziellen Gründe. Wir brauchten einfach eine Pause und die wurde dann sehr lang und irgendwann haben wir komplett vergessen uns wieder zusammen zu raufen.

Wie bewertest du euer letztes Album "Fundamental" rückwirkend?

Ich finde die eine Hälfte der Songs super, die andere Hälfte hätte allerdings besser auf den Punkt gebracht werden können. Ich liebe z. B. einen Song wie "80 Millionen". Den würde ich unglaublich gerne mal live spielen. Das haben wir damals versäumt.

Wie sieht es denn mit neuen Songs von euch aus?

Also … wir haben ein Studio betreten und von innen gesehen und haben das nicht nur einfach so besichtigt, sondern auch gespielt, alle live in einem Raum. Das Ergebnis ist auf der am 24. August erscheinenden EP "Inzest im Familiengrab" zu hören - natürlich auf Vinyl und ganz old-school auch auf Maxi-CD.

 

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