10.07.2015

Kraftklub

Wir sind keine Herbert Grönemeyers.

Kraftklub
Interview: Bine Üblacker mit Nina Petschler / Foto: Christoph Voy

Köln. Kaum eine andere deutsche Band hat in letzter Zeit so einen Aufstieg erlebt wie Kraftklub. Anfangs noch ein heiß gehandelter Insider-Tipp füllen sie mittlerweile die großen Hallen dieser Republik und bringen auch regelmäßig die Festivalbesucher dieser Welt zur Ekstase. Da nicken auch Kollegen und Branchenkenner durch die Bank weg anerkennend die Köpfe. Doch wie fühlt sich das alles von innen an? Was denken Kraftklub selbst darüber? Im gemeinsamen Interview mit Nina vom Kraftklub – Fanklub mit K gibt Sänger Felix Brummer Einblicke in das Innenleben der Band. Dafür verzichtet er sogar darauf die Kiste mit K zu verstecken, die für begabte Spürnasen an jedem Halt der „In Schwarz“-Tour Freikarten für das abendliche Konzert bereit hielt.

Ich hoffe, euch geht es allen gut?

Ja!

Keiner hat Grippe oder schnieft rum?

Nee, überall sind ja Grippewellen. Ich habe mich aber tatsächlich vor der Tour gegen Grippe impfen lassen.

Und glaubst du daran?

Was heißt daran glauben? Ich gehe davon aus! Wenn ich jetzt eine Grippe kriege auf der Tour, dann habe ich meinen Glauben an die Schulmedizin verloren.

Ihr spielt derzeit eure größte Tour. Fühlt sich das unwirklich an?

Ja, auf jeden Fall. Wir haben gerade eben eine Vorstellungsrunde gemacht, weil uns erstmal bewusst wurde, dass wir jetzt mit 40 Leuten unterwegs sind und kaum einen davon richtig kennen. Da wurde einem plötzlich klar, dass wir jetzt wir mit drei Nightlinern und fünf Trucks unterwegs sind und die meisten Menschen kaum kennen.

Wie ist es nun als Hauptattraktion in den Hallen zu spielen, in denen ihr vorher noch die Vorband wart?

Es fühlt sich gut und richtig an. Wir sind jetzt auch da …

… angekommen, wo ihr hin wolltet?

Ja genau. Als wir als Vorband unterwegs waren und noch keine Platte draußen hatten, dachten wir schon immer „Da wollen wir auch hin!“. Als wir nach unserer Show beim Merchandise standen, unsere „Adonis Maximus“-EP verkauft haben und währenddessen die zehnte Beatsteaks-Show gesehen haben, dachten wir immer: „Hey man, das will ich auch. Ich will auch jetzt da oben stehen und die Vorgruppe soll draußen ihre EP verkloppen!“. Jetzt sind wir an dem Punkt und es ist sehr schön.

Kannst du dir vorstellen, dass es noch größer wird: Kraftklub auf Stadion-Tour?

Wir sind keine Herbert Grönemeyers. Ich glaube, dass wir keine Band sind, auf die sich alle einigen können. Das ist aber auch nicht schlimm, denn so wie es jetzt ist, ist es ganz schön!

Und jetzt sucht ihr die Vorbands aus. Wie geht ihr da vor?

Wir gehen auf YouTube und dann auf die rechte Spalte. Weiterklicken. So sucht man Bands aus.

Das heißt ihr kanntet gar nicht alle Bands vorher?

Persönlich nicht, aber man muss sich ja auch nicht kennen, um die Musik gut zu finden. Wanda und Gin Ga kannten wir vorher nicht, die Musik finden wir aber gut. Und Playfellow und Still Trees sind aus unserer Umgebung. Die sind für die Chemnitz-Quote. Mit Playfellow haben wir schon oft abgehangen. Wir teilen uns einen Proberaum und haben früher auch in deren Raum aufgenommen. Und Still Trees sind so kleine 16jährige aus unserer Umgebung, die Britpop machen. Sehr lustig.

Gibt es noch Bands, wo du gerne Vorband sein würdest?

Wir haben im Prinzip bei allen gespielt, wo wir gerne Vorband sein wollten. Die letzten waren tatsächlich Rammstein. Das war so eine Band, wo wir dachten, das wollen wir nochmal schaffen. Wir haben sie gefragt und dann kam „Ja, sehr gerne.“

Und wie war es?

Sehr durchwachsen. Es war natürlich eine sehr große Ehre für uns und total abgefahren, aber das Publikum war schon ein bisschen komisch. Die warten eigentlich auf einen Act, der nur vom Schmerz in der Liebe spricht und dann kommen diese Popboys mit „Wenn du mich küsst“ um die Ecke. Aber es war für uns eine sehr große Ehre. Wir sind große Rammstein-Fans.

Habt ihr euch irgendwas abgeguckt?

Ja, auf jeden Fall. Ich hab mir ganz viel von Arnim von den Beatsteaks abgeguckt und vielleicht auch unbewusst etwas von Farin Urlaub. Natürlich guckt man sich an, wie diese erfolgreichen Leute mit anderen Leuten, wie den Fans oder der Vorgruppe, umgehen. Es ist auch interessant zu sehen, wie die eine Show aufziehen, oder wie die sich warm machen. Uns hat besonders imponiert, wie die alle mit ihren Vorgruppen umgegangen sind. Das war bis auf wenige Ausnahmen eigentlich immer ziemlich cool und das versuchen wir fortzuführen. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, dass wir eine ordentliche Gage kriegen, alle Kosten bezahlt bekommen, ein Pult hingestellt bekommen und Catering genießen dürfen.

 

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