05.06.2015

Nena

"Wer eigenverantwortlich handelt, kreiert sich sein Leben vollkommen unabhängig von strikten Glaubensmustern."

Nena
Interview: Stefan Üblacker / Fotos: Ester Haase & Benjamin Alexander Huseby

Nena ist wieder da, doch war sie je weg? Eigentlich nicht, denn Nena ist immer noch allgegenwärtig – sei es als Mentorin beim Casting-Format "Voice Of Germany" oder aktuell mit ihrem neuen Album "Oldschool", für das sie mit dem bekannten Rapper und Produzenten Samy Deluxe zusammengearbeitet hat. Über E-Mail haben wir ein kurzes Interview mit ihr geführt, in dem sie verrät, dass sie sich noch lange nicht als altes Eisen betrachtet.

Nena, welcher Song ist für dich der Prototyp eines guten ersten Songs am Tag?

"Wer nur den lieben langen Tag" von Jens Rohwer, eines meiner absoluten Lieblingslieder. Damit starte ich oft in einen neuen Tag. Und wer das nicht kennt ... Es lohnt sich, das mal auszuchecken.

Muss im Hause Nena immer Musik da sein?

Nichts muss, aber Musik darf bei uns zu allen Tages- und Nachtzeiten sein, und so ist es auch meistens.

Du hast mit deinem Auftreten in den 80ern jede Menge Nachahmer produziert. Was ist das für ein Gefühl, wenn man im Straßenbild seinen eigenen Kopien begegnet?

Das hatte damals ganz unterschiedliche Ebenen. Es konnte sehr amüsant sein, das zu beobachten, manchmal war es befremdlich und oft habe ich mich auch einfach darüber gefreut.

Falco hat mal gesagt: "Wer sich an die 80er erinnern kann, hat sie nicht erlebt". Wie sieht dein Erinnerungsvermögen aus?

Kommt immer darauf an wie tief ich mich auf meine Erinnerungen einlasse, bzw. ob das wirklich wichtig für mich ist. Ich finde den Spruch von Falco sehr weise. Es geht darum, mit welcher Qualität und Intensität man eine bestimmte Phase seines Lebens gelebt hat und nicht darum, ob man sich anschließend noch an alles erinnern kann.

Fällt dir spontan eine schöne Anekdote aus den 80ern ein?

Unsere erste Welt-Tournee. Mein erstes Mal in Tokio war der totale Flash. Ich schlenderte unter dem Einfluss der vielen neuen Eindrücke sowieso schon etwas ferngesteuert durch die Stadt und als mich dann nach kurzer Zeit noch ständig japanische Jugendliche ansprachen und Fotos von mir machen wollten, wurde mir wahrscheinlich zum ersten Mal in der ganzen Zeit wirklich bewusst, welches Ausmaß unser Erfolg damals hatte. Die Leute in Japan erkannten mich auf der Straße. Heutzutage ist das durch das Internet nicht so schwer vorstellbar, aber damals gab es das ja alles noch nicht.

Empfindest du die Zeit, als der große Nena-Hype nachgelassen hat, im Nachhinein als schwierige Zeit oder warst du eher froh, dass es sich etwas gelegt hat?

Weder noch. Für mich gab es in der Phase einen fließenden Übergang in eine neue, wunderschöne Lebensphase – ich wurde zum ersten Mal Mutter.

 

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