13.11.2013

Wolfgang Müller

"Irgendwie jemanden die Rübe abzuhauen war in fast jedem Märchen damals Gang und Gebe."

Wolfgang Müller
Interview: Bine Üblacker / Foto: Wolfgang Müller

Bonn. Die Märchen der Gebrüder Grimm kennt fast jeder noch aus seiner Kindheit und es werden schnell Erinnerungen wach. Im GRIMM Jahr 2013 sprachen wir mit dem Musiker und Labelchef Wolfgang Müller über sein gerade erschienenes Hörbuch "Es war einmal und wenn sie nicht". Während ich seine Hamburger Nummer wähle, kommt im selben Augenblick eine E-Mail mit seiner Handynummer ins Postfach geflattet. Kurz vor Veröffentlichung des Hörbuches ist der Singer/Songwriter noch mit seiner Band „Wolfgang Müller & Band“ auf Tour.

Wolfgang, ihr hattet gestern Tourauftakt in Dresden. Wie war's?

Sehr schön. Ein sehr schönes Theater und den Leuten hat es gefallen.

Du hast dein letztes und viertes Album „Über die Unruhe“ als Crowdfunding-Projekt gestartet und es ist mit 120 % sogar überfinanziert. Hältst du das für den neuen Weg in der Musikbranche?

Wenn man schon eine gewisse Fanbasis hat ist es eine sehr gute Möglichkeit eine Platte zu finanzieren. Für absolute Newcomer hingegen ist es, glaube ich, sehr schwer diesen Weg zu gehen, weil es schwieriger ist Supporter zu finden.

Du hast 2012 dein eigenes Label gegründet. Wie kam es dazu?

Ich hatte einfach große Lust alles in einer Hand zu haben - nämlich bei mir. Für das neue Album hat sich die Gelegenheit geboten meine eigene Plattenfirma zu gründen und das habe ich auch gleich gemacht.

Wie bist auf den Namen „Fressmann“ gekommen?

(lacht) Fressmann ist eine Wortschöpfung von meinem Sohn. Wir haben ihm ein Stoffkrokodil geschenkt und auf die Frage, wie es heißen soll, hat er dann mit „Fressmann“ geantwortet. Ich dachte mir, so nenne ich mein Label.

Ihr habt das Hörbuch „Es war einmal - und wenn sie nicht“ auch als Crowdfunding-Projekt gestartet. Waren gleich von Anfang an die Namen der Sprecher mit im Gespräch?

Im Gespräch waren sie schon, nur zugesagt hatten sie natürlich noch nicht. Ich hatte aber von Anfang an die Idee ein Hörbuch von Grimms Märchen zu machen mit Erzählern, die ich zu meinen persönlichen Favoriten zähle. Als ich dann angefragt habe musste ich sie oft gar nicht groß überzeugen, weil die allermeisten einfach sofort zugesagt haben. Ich habe offene Türen eingerannt.

Kanntest du vorher alle oder war das einfach ein großes Glück, dass alle sofort gesagt haben „Da machen wir mit! Finden wir gut!“?

Teils-teils. Olli Schulz und viele andere kannte ich zum Beispiel schon und mit den Allermeisten hatte ich schon mal in irgendeiner Form zu tun. Es geschah also nicht ganz aus der kalten Akquise heraus.

Wie kamst du auf die Idee Grimms Märchen aufzunehmen?

Da müssen wieder meine Kinder herhalten. Auf der Suche nach einem gescheiten Märchen-Hörbuch war ich unfassbar genervt von dem onkeligen Erzählstil, den quietschbunten Bildern und der dämlichen Verniedlichung dieser Märchen und Geschichten. Ich habe mir gedacht: „Ich würde das gerne mal in cool hören“. So ist die Idee entstanden das von Leuten lesen zu lassen, die auch genrefremd sind und eine ganz andere Note reinbringen. Das ist, glaube ich, auch geglückt.

Hältst du die Märchen, die auf dem Album sind, alle für Kinder geeignet?

Ähm, ja! (lacht) Ich habe ja meine kleine Kontrollgruppe zu Hause. Die Märchen sind natürlich teilweise ganz schön knackig, aber sie wurden bis jetzt alle gut angenommen in der Altersgruppe vier bis fünf Jahre. Es ist niemand in Ohnmacht gefallen und die Kinder fanden es alle lustig und hatten keine Angst.

 

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