22.01.2015

Jan Plewka

„Diese Welt ist leider nicht für die Schwachen gemacht.“

Jan Plewka
Interview: Stefan Üblacker / Foto: Sven Sindt

Was zieht euch runter?

Die derzeitige Lage der Welt zieht mich sehr runter. Wir katapultieren uns derzeit gefühlt wieder ins Mittelalter zurück. Das macht mich sehr traurig und wütend. Außerdem kann ich es nicht ertragen, wenn man über meinen Kopf hinweg etwas bestimmt. Das kann ich überhaupt nicht ab. Heftige Streitereien, Unfreundlichkeit und das Finanzamt ziehen mich natürlich auch runter (lacht).

Wie sieht es mit der gegenwärtigen Wertschätzung der Kunst, in deinem Fall insbesondere der Musik, aus? Zieht die nicht auch runter?

Oh ja, aus diesem Grund bin ich auch unglaublich gerne in Wien. Ich habe den Eindruck, dass die Leute dort die Kunst noch richtig genießen und hinterfragen. Wenn man dort in einer gemütlichen Runde zusammensitzt und erzählt, dass man Musiker ist, erntet man viel Beifall und Bewunderung. Hier in Deutschland kommt dann meistens die Nachfrage: „Schön und gut, aber was machst du beruflich?“ (lacht)

„Kann man davon leben?“ wird auch gerne gefragt …

… (lacht) genau, das kommt auch sofort. Man muss aber sagen, dass wir mittlerweile eine starke deutsche Musikszene haben. Das hätten wir damals, als wir in den 1990ern angefangen haben, nicht erwartet. Da haben uns alle einen Vogel gezeigt, weil wir deutsch gesungen haben.

Kannst du dir eigentlich überhaupt vorstellen überhaupt mal etwas anderes als Musik zu machen?

Nein, das wird wohl für immer mein Leben bestimmen.

Gab es denn rückblickend betrachtet Zeiten in denen du überlegt hast etwas anderes machen zu wollen?

Ja, während der Trennung von Selig. Ich bin nach Schweden gegangen und wollte nie wieder Musik zu. Lieber wollte ich Tischler werden als Musik zu machen. Am Ende bin ich dann doch bei dem geblieben, was ich liebe.

Gibt es denn handwerkliche Fähigkeiten bei dir, die ausgebaut werden können?

Ja, das mit dem Tischler ist nicht so weit hergeholt. Ich habe sogar mal eine Couch und einen Tisch nach meinen eigenen Vorstellungen aus Holz hergestellt und war am Ende auch sehr zufrieden mit mir (lacht). Malen beruhigt mich aber auch sehr.

Du hast gerade erwähnt, dass es dich besonders nervt, wenn über deinen Kopf hinweg entschieden wird. Diese Politik ist im Musikbusiness durchaus Gang und Gäbe. Kannst du dich da an bestimmte Situationen erinnern?

Unser Management hat uns in den 1990ern viele Sachen reingedrückt, die uns in der Summe irgendwann zu viel wurden. Es hat da oft an der Kommunikation gehapert. Neben unseren persönlichen Dämonen war das sicher auch ein Grund für unsere damalige Trennung.

 

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