09.02.2015

SWISS und die Andern

„Hier bin ich geboren und hier werde ich sterben, so viel steht fest.“

SWISS und die Andern
Interview: Bine Üblacker / Foto: Missglückte Welt

"Claire“ - super Song! Erinnert mich an „Zu Spät“ von den Ärzten. Zufall?

Zufall. Der Vergleich schmeichelt mir ungemein, aber ich gehe nie an Songs mit der Idee ran, etwas zu schreiben, das so klingt wie etwas anderes. Das turnt mich eher ab!

Euer Facebook-Link ist www.facebook.com/Swiss666 … Warum die 666?

Naja, wir glauben denen nicht. Keiner Autorität! Das ist die Kernaussage der 666. Wir sind alle gleich, wir sind alle Sterne. Aber wir tragen auch einen Teufel in uns, die ganze Welt tut das. Aber wir akzeptieren diese Seite als Teil unser Selbst.

"Kunst in Deutschland“ - Was genau läuft falsch?

Alles. Zu wenig Anerkennung, zu wenig Geschmack, zu wenig Mut, zu wenig Unterstützung für die Kunst. Die Ästhetik in Deutschland gleicht einem Fast-Food Burger, der schnell gefressen wird, um endlich die Pommes in die Fritteuse hauen zu können. Das Land will Steuerfachangestellte und Betriebswirte züchten, keine Künstler. Das macht nur Ärger!

Kann eine Gesellschaft in Zeiten von Deutschland-sucht-den-Superstar und Geiz-ist-geil überhaupt noch Wertschätzung für Kunst besitzen?

Nee, wie gesagt. Das ästhetische Empfinden in Deutschland ist dermaßen auf Konsum getrimmt, dass die meisten Leute sich gar keine Zeit nehmen. Kunst ist manchmal schwer bekömmlich, nicht immer unterhaltsam und braucht Zeit um betrachtet zu werden. Das können viele gar nicht mehr leisten.

Du hast Germanistik und Geschichte studiert. Was würdest du gerne damit anfangen, wenn die Musik nicht wäre?

Keinen Schimmer. Ich bin noch einer dieser Hippie-Langzeitstudenten, die tatsächlich genau das studiert haben, was sie einfach interessiert. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, was ich damit arbeiten möchte. Ich mache das, was ich liebe eh schon.

Psychische Erkrankungen sind heute weit verbreitet und trotzdem immer noch nicht akzeptiert. Wie gehst du damit um?

Mit meiner eigenen? Naja, ich weiß sehr gut, was für Türen sich in einem menschlichen Kopf auftun können und glaube, dass viele diese Türen kennen. Es bringt aber nichts, so zu tun, als würde das die Ausnahme sein und allen anderen ginge es gut. Ist nämlich nicht so! Jeder den ich kenne, hat was oder hat mal irgendwas gehabt. Ist doch auch nicht schlimm, das gehört zum Leben, wenn man so will ist es der Teufel der 666, den man akzeptieren muss, um glücklich sein zu können. Deswegen bin ich immer dafür, darüber zu reden. Wir alle können stark sein, aber oft sind wir es auch nicht. Und das einzige, was einer traurigen Seele dann helfen kann, ist ein Trauriger, der sie versteht.

„Swiss, der Mann mit dem Drogenproblem“ Erzähl mal. Was ist gut, was schlecht. Sollte es Legalisierungen geben. …

Oh die Frage schon wieder - haha. Also ich glaube, dass nicht alles legal sein kann, da viele Menschen, zu denen ich leider auch gehörte, nicht wirklich einschätzen können, was ihnen gut tut und was nicht. Das ist so ein Junkieding - entweder hat man das oder nicht. Auf jeden Fall sollte man Gras erlauben, wenn man Alkohol erlaubt. Das ist eine pure Entscheidung der Pharma-Lobby dies nicht zu tun. Geld regiert leider immer noch die Welt.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Joachim Witt?

Mein Verleger ist sein Manager und so hat man sich kennengelernt. Ich hatte den Song geschrieben und hab ehrlich gesagt nicht zu träumen gewagt, dass er den mit mir macht. Er fand den aber auch gut und jetzt ist er eine meiner Lieblingsnummern auf der Scheibe. Super Typ der Witt!

 

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